Das Tierschutzgesetz vom 27. Juni 2018 verlangt zwei Dinge, die praktisch jeden Katzenhaushalt in Luxemburg betreffen. Katzen müssen elektronisch identifiziert, also gechippt, und registriert sein. Und Katzen mit Freigang müssen kastriert oder sterilisiert werden; Bauernhofkatzen sind davon ausgenommen.
Keine der beiden Pflichten braucht einen besonderen Anlass. Beides lässt sich in einem gewöhnlichen Sprechstundentermin erledigen, und beides ist im Voraus deutlich einfacher zu regeln als mitten in einem Problem, wenn die Katze verschwunden ist oder der ungeplante Wurf schon da ist.
Was der Chip kann und was nicht
Der Mikrochip ist ein kleiner passiver Transponder, den die Tierärztin oder der Tierarzt unter die Haut setzt, meist seitlich am Hals. Er hat keine Batterie und kein GPS, er zeigt Ihnen also nicht, wo Ihre Katze gerade steckt. Er speichert genau eine Sache, eine Nummer, und hält man ein Lesegerät darüber, erscheint sie.
Diese Nummer ist die Verbindung zwischen Ihrer Katze und Ihnen. Für sich allein sagt sie nichts; ihr ganzer Wert liegt in dem Registrierungseintrag dahinter. Ein Chip, der gesetzt, aber nie registriert wurde, oder der auf eine Handynummer läuft, die Sie vor drei Jahren abgegeben haben, bringt keine Katze nach Hause. Aktualisieren Sie Ihre Daten deshalb nach einem Umzug, bei einer neuen Telefonnummer und wenn eine Katze den Haushalt wechselt. Ihre Praxis kann Ihnen sagen, wie der Eintrag Ihrer Katze geführt wird und wie er geändert wird; bleibt in Ihrer Situation etwas offen, fragen Sie bei Ihrer Gemeinde nach.
Halten Sie auch die Chipnummer selbst griffbereit, ein Foto der Ausweisseite auf dem Handy genügt. Im EU-Heimtierausweis, den die Tierärztin oder der Tierarzt ausstellt, ist die Chipnummer ohnehin eingetragen. Und weil eine Fahrt nach Trier, Arlon oder Thionville hier ein ganz normaler Samstag ist, lohnt es sich zu wissen, dass der Chip auch auf der deutschen, der belgischen und der französischen Seite der Grenze lesbar ist. Klären Sie vor einer Reise rechtzeitig mit Ihrer Praxis, was im Ausweis Ihrer Katze stehen muss, und nicht erst am Abend davor.
Wenn die Katze nicht nach Hause kommt
Katzen verschwinden meist aus sehr banalen Gründen. Eine Gartenhaustür fällt zu, ein Lieferwagen fährt weg, ein Nachbar füttert seit einer Woche mit. In den ersten Stunden zählen vor allem Ruhe und System: Suchen Sie zuerst in unmittelbarer Nähe, zu ruhigen Zeiten früh morgens oder spät abends, rufen Sie in normaler Stimmlage, und bitten Sie die Nachbarn, Garagen, Keller, Gartenhäuser und Autos zu öffnen. Eine irgendwo eingesperrte Katze ist einer der häufigsten Ausgänge dieser Geschichte.
Informieren Sie danach die Tierarztpraxen, die Tierheime und die Gemeinde in der Umgebung, mit Chipnummer und einem klaren Foto. Wird eine gefundene Katze in eine Praxis oder ein Tierheim gebracht, wird sie als Erstes gescannt. Führt die Nummer zu einem aktuellen Eintrag, kommt der Anruf oft noch am selben Tag. Führt sie zu einer abgemeldeten Nummer, bleibt die Katze ein Fundtier, mit oder ohne Chip.
Kastration bei Freigang
Für Katzen mit Freigang verlangt das Gesetz von 2018 die Kastration oder Sterilisation; Bauernhofkatzen sind ausgenommen. Warum, zeigt sich jedes Frühjahr an der Zahl der Würfe, mit denen niemand gerechnet hat.
Über die Jungtiere hinaus verändert die Kastration häufig, wie eine Katze ihr Revier nutzt. Unkastrierte Kater streunen tendenziell weiter und geraten öfter in Kämpfe, aus denen sie Verletzungen und über Bisswunden übertragene Infektionen mitbringen, während unkastrierte Kätzinnen in den wärmeren Monaten immer wieder rollig werden. Kastrierte Tiere bleiben eher in Hausnähe, was auch weniger überquerte Straßen bedeuten kann.
Wann der richtige Zeitpunkt ist und welches Vorgehen zu einem bestimmten Tier passt, beurteilt Ihre Tierärztin oder Ihr Tierarzt anhand von Alter, Gewicht, Gesundheitszustand und Lebenssituation. Und wenn Ihre Katze nur auf einen gesicherten Balkon oder eine geschlossene Terrasse kommt und Sie nicht sicher sind, ob das als Freigang gilt, fragen Sie in der Praxis oder bei Ihrer Gemeinde nach, statt zu raten.
Chip, Eintrag, Nummer, Ausweis
- Chip gesetzt und Registrierungseintrag tatsächlich geprüft
- Aktuelle Telefonnummer und Adresse im Eintrag
- Chipnummer auf dem Handy gespeichert
- Heimtierausweis an einem Ort, an dem Sie ihn in zwei Minuten finden
- Kastration in der Praxis angesprochen, wenn die Katze Freigang hat
Häufige Fragen
Muss auch eine reine Wohnungskatze gechippt sein?
Die Pflicht zur elektronischen Identifikation und Registrierung gilt nach dem Gesetz von 2018 für Katzen. An den Freigang geknüpft ist die Kastrationspflicht. Auch Wohnungskatzen entwischen durch offene Türen, und dann hilft der Chip. Bei Unklarheiten fragen Sie bei Ihrer Gemeinde nach.
Meine Katze ist gechippt, wir sind aber umgezogen. Reicht das?
Nicht unbedingt. Die Chipnummer bleibt gleich, die hinterlegten Kontaktdaten müssen aber korrigiert werden, sonst führt das Auslesen ins Leere. Ihre Praxis kann Ihnen sagen, wie der Eintrag aktualisiert wird.
Gilt die Kastrationspflicht für jede Katze?
Nach dem Gesetz von 2018 gilt sie für Katzen mit Freigang, Bauernhofkatzen sind ausgenommen. Wenn Sie unsicher sind, ob der Auslauf Ihrer Katze darunterfällt, fragen Sie in Ihrer Praxis oder bei Ihrer Gemeinde nach.
Ich habe eine fremde Katze gefunden. Was jetzt?
Eine Tierarztpraxis oder ein Tierheim kann das Tier auf einen Chip scannen; die Nummer führt zum Halter. Wirkt die Katze verletzt, rufen Sie vor der Fahrt in einer Praxis an.
Wen erreiche ich nachts oder am Wochenende?
Die diensthabenden Praxen leisten einen 24-Stunden-Dienst, der um 08:00 Uhr beginnt und um 08:00 Uhr am nächsten Morgen endet. Um den diensthabenden Tierarzt zu erreichen, können Sie die 112 anrufen oder Post Infotel unter 26 77 12 34; die Bereitschaftsliste veröffentlichen das Collège Vétérinaire und amvl.lu unter GARDES. Unsere eigene Notfallseite listet die diensthabenden Praxen mit ihren Rufnummern. Rufen Sie an, bevor Sie losfahren: der diensthabende Tierarzt ist womöglich nicht in der Praxis und muss selbst erst hinfahren.
