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Ratgeber

Kastration bei Hund und Katze: die Entscheidung und die Tage danach

3 Min. Lesezeit

Für Katzen mit Freigang ist die Kastration in Luxemburg vorgeschrieben. Bei allen anderen Tieren ist sie eine Entscheidung, die Sie mit Ihrer Praxis treffen, und sie hängt weniger an einer Zahl im Kalender als an Ihrem Tier: Alter, Gewicht, Gesundheitszustand, Rasse und die Frage, wie es lebt. Was diese Seite beantwortet, ist das Praktische danach, denn dort tauchen die Fragen auf, die vorher niemand stellt.

Was bei dem Eingriff passiert

Kastriert wird unter Narkose. Das Tier schläft, es bekommt von dem Eingriff nichts mit, und es wird vorher untersucht: Wem es an diesem Tag nicht gut geht, der wird nicht operiert, sondern neu einbestellt. Wie groß der Eingriff ausfällt, hängt vom Geschlecht ab, und Ihre Praxis erklärt Ihnen, was bei Ihrem Tier ansteht. Fragen Sie dabei ruhig nach, was Sie nicht verstanden haben. Es ist ein Routineeingriff, aber es ist eine Operation, und Sie dürfen wissen, was gemacht wird.

Vorher: woran die Praxis Sie erinnert

Zur Vorbereitung gehört fast immer eine Nüchternregel, also ein Zeitpunkt, ab dem Ihr Tier nichts mehr fressen darf. Halten Sie sich genau an das, was Ihnen die Praxis sagt, auch wenn es unbequem ist. Diese Regel schützt das Tier während der Narkose, und ein Frühstück, das aus Mitleid doch noch in den Napf gewandert ist, verschiebt im besten Fall nur den Termin.

Legen Sie außerdem bereit:

  • den EU-Heimtierausweis
  • eine sichere Transportbox für die Katze, Leine und Geschirr für den Hund
  • eine Notiz, welche Medikamente Ihr Tier bekommt und welche Vorerkrankungen bekannt sind
  • eine Nummer, unter der Sie den ganzen Tag erreichbar sind

Der Tag selbst

Klären Sie beim Abgeben zwei Dinge, die später Zeit sparen: wann Sie Ihr Tier abholen können und wie Sie die Praxis erreichen, falls Ihnen abends etwas auffällt. Fragen Sie außerdem, ob und wann es zu Hause etwas fressen darf.

Zurück kommt ein müdes Tier. Es kann wackelig laufen, viel schlafen und wenig Interesse an allem zeigen, was es sonst mag. Richten Sie ihm einen warmen, ruhigen Platz her, an dem es niemand streichelt, der es gut meint. Wenn die Praxis gesagt hat, dass Springen und Treppen für ein paar Tage ausfallen, dann heißt das auch: das Sofa nicht, das Bett nicht, das Katzenregal nicht.

Die erste Woche zu Hause

Die Naht muss trocken bleiben und in Ruhe gelassen werden. Dafür gibt es Halskragen und Bodys, und beides wirkt nur, solange es dranbleibt: Die Minute ohne Kragen ist die Minute, in der eine Naht aufgeht. Schauen Sie sich die Stelle einmal am Tag an, am besten immer zur gleichen Zeit, damit Ihnen eine Veränderung überhaupt auffällt.

Rufen Sie in der Praxis an, wenn die Naht sich öffnet, blutet oder nässt, wenn die Umgebung deutlich anschwillt oder heiß wird, wenn Ihr Tier am Tag nach dem Eingriff immer noch nicht frisst, wenn es wiederholt erbricht oder auffällig teilnahmslos bleibt. Und sofort, wenn ein Kater versucht zu urinieren und es kommt nichts. Am Abend des Eingriffs wenig zu fressen ist dagegen normal.

Warum danach das Gewicht zum Thema wird

Nach einer Kastration sinkt der Energiebedarf. Die Portion, die vorher gepasst hat, ist damit oft zu groß, ohne dass sich am Napf etwas geändert hätte. Das ist kein Schicksal, sondern eine Rechenaufgabe, und sie lässt sich früh lösen: Sprechen Sie die Menge beim Nachsorgetermin an, statt ein Jahr später über ein Gewichtsproblem zu reden.

Was sich sonst ändert, lässt sich schlechter vorhersagen. Viele Tiere streunen weniger weit und geraten seltener in Auseinandersetzungen. Ein ängstlicher Hund wird durch eine Kastration aber nicht mutig, und ein Verhalten, das Sie stört, verschwindet nicht zuverlässig mit. Wenn es Ihnen genau darum geht, besprechen Sie das vorher.

Häufige Fragen

Ist die Kastration in Luxemburg Pflicht?

Die Kastrationspflicht des Gesetzes von 2018 ist für Katzen mit Freigang geschrieben; Bauernhofkatzen sind ausgenommen. Bei Hunden ist die Kastration eine Entscheidung, die Sie mit Ihrer Praxis treffen. Wenn Sie unsicher sind, ob der Auslauf Ihrer Katze als Freigang gilt, fragen Sie in der Praxis oder bei Ihrer Gemeinde nach.

Ab welchem Alter wird kastriert?

Dafür gibt es keine Zahl, die für jedes Tier stimmt. Ihre Tierärztin oder Ihr Tierarzt beurteilt das anhand von Alter, Gewicht, Gesundheitszustand, Rasse und Lebenssituation. Fragen Sie beim nächsten regulären Termin danach, dann haben Sie die Antwort, bevor Sie sie brauchen.

Muss der Halskragen wirklich die ganze Zeit dranbleiben?

Ja, so lange, wie die Praxis es sagt. Ein Kragen wirkt nur, solange er dran ist, und die eine Minute, in der er zum Fressen abgenommen und dann vergessen wird, genügt für eine aufgeleckte Naht. Wenn Ihr Tier damit gar nicht zurechtkommt, rufen Sie an, statt ihn wegzulassen: Es gibt Alternativen.

Mein Tier frisst am Abend nach dem Eingriff nichts. Ist das normal?

Am Abend des Eingriffs ist wenig oder kein Appetit üblich. Frisst Ihr Tier am nächsten Tag immer noch nicht, rufen Sie in der Praxis an. Dasselbe gilt bei wiederholtem Erbrechen oder wenn es auffällig teilnahmslos bleibt.

Nimmt mein Tier nach der Kastration zwangsläufig zu?

Nein. Der Energiebedarf sinkt, die gewohnte Portion ist danach oft zu groß. Wer die Menge früh anpasst, hat das Problem nicht. Sprechen Sie die Fütterung beim Nachsorgetermin an.

Wen erreiche ich nachts oder am Wochenende?

Die diensthabenden Praxen leisten einen 24-Stunden-Dienst, der um 08:00 Uhr beginnt und um 08:00 Uhr am nächsten Morgen endet. Um den diensthabenden Tierarzt zu erreichen, können Sie die 112 anrufen oder Post Infotel unter 26 77 12 34; die Bereitschaftsliste veröffentlichen das Collège Vétérinaire und amvl.lu unter GARDES. Unsere eigene Notfallseite listet die diensthabenden Praxen mit ihren Rufnummern. Rufen Sie an, bevor Sie losfahren: der diensthabende Tierarzt ist womöglich nicht in der Praxis und muss selbst erst hinfahren.