Hunde und Katzen haben kaum Schweißdrüsen in der Haut. Wärme werden sie vor allem über das Hecheln los, ein wenig auch über die Pfotenballen. In bewegter Luft funktioniert das ordentlich, in einem warmen, stehenden Raum kaum noch. Reicht das Hecheln nicht mehr aus, kann die Körpertemperatur innerhalb von Minuten steigen, nicht erst über Stunden.
Deshalb vorweg: Ein Hitzschlag ist ein Notfall. Wenn Sie ihn vermuten, melden Sie sich sofort bei einer Praxis oder beim Bereitschaftsdienst, statt abzuwarten, ob es von allein besser wird.
Das Auto in der Sonne
Ein geparktes Auto heizt sich in der Sonne schnell auf, auch an Tagen, die sich gar nicht besonders warm anfühlen. Ein Spalt im Fenster ändert daran wenig, der Schatten wandert im Lauf des Tages weiter, und aus der kurzen Besorgung werden dann doch zwanzig Minuten. Für Kofferraum, Anhänger und Transportbox in der Sonne gilt dasselbe. Wenn die Fahrt Stationen enthält, in die das Tier nicht mit hineindarf, bleibt es besser zu Hause. Auf längeren Strecken helfen Pausen im Schatten und ein Napf samt Wasserflasche im Gepäck; richten Sie die Lüftung so aus, dass sie auch hinten ankommt. Sonnenschutz an den Seitenscheiben ist sinnvoll, eine abgedeckte Box ohne Luftzug dagegen nicht.
Und falls Sie selbst einmal ein Tier sichtbar in Not in einem verschlossenen Auto entdecken und niemand aufzufinden ist: 112 ist in Luxemburg die allgemeine Notrufnummer.
Der Handrücken-Test auf dem Asphalt
Asphalt, dunkle Platten, Sand und Kunstrasen speichern Wärme über Stunden und werden deutlich heißer als die Luft. Pfotenballen sind zäh, aber es bleibt Haut. Legen Sie den Handrücken für etwa sieben Sekunden flach auf den Boden; können Sie ihn dort nicht bequem halten, ist es für Pfoten zu heiß. Gehen Sie dann lieber früh morgens oder spät abends und weichen Sie auf Wiese oder Waldweg aus.
Der Untergrund ist das eine, die Anstrengung das andere. Neben dem Fahrrad laufen oder langes Apportieren gehört nicht in einen heißen Nachmittag. Lahmt das Tier danach, leckt es auffällig an den Pfoten oder sehen die Ballen dunkel, gerötet oder beschädigt aus, lassen Sie das in der Praxis anschauen.
Hitzestress erkennen und unterwegs kühlen
Die frühen Zeichen sind unauffällig und leicht zu übersehen:
- starkes Hecheln, das sich im Schatten nicht beruhigt
- Unruhe, dann Trägheit; das Tier sucht kühle Böden
- zäher, klebriger Speichel, sehr rotes oder ungewöhnlich blasses Zahnfleisch
- ein Hund, der zurückbleibt, sich hinlegt und nicht weiter mag
Kommen taumelnder oder unkoordinierter Gang, Erbrechen oder Durchfall, ein glasiger Blick, Zusammenbrechen, Krampfanfälle oder sichtbar angestrengte Atmung dazu, rufen Sie sofort in einer Praxis oder beim Bereitschaftsdienst an.
Katzen zeigen von alldem wenig; eine Katze, die mit offenem Maul atmet, ist nie in einer normalen Situation, egal bei welchem Wetter. Kaninchen, Meerschweinchen und Vögel vertragen Hitze besonders schlecht, und ein Stall, der um neun Uhr im Schatten stand, kann um eins voll in der Sonne stehen.
Kühlen ist das, was Sie auf dem Weg tun können; die Untersuchung ersetzt es nicht. Rufen Sie vorher an, damit das Team weiß, dass Sie kommen. Unterwegs gilt:
- raus aus der Sonne und Luft in Bewegung bringen, mit Ventilator oder offenen Fenstern, im Auto mit der Klimaanlage
- das Fell mit kühlem, nicht eiskaltem Wasser nass machen und das wiederholen; Nacken, Brust, Bauch und Schenkelinnenseiten sind gute Stellen. Eiskaltes Wasser oder ein Eisbad können das Gegenteil bewirken
- kein nasses Handtuch auflegen und liegen lassen, darunter staut sich die Wärme; lieber immer wieder neu befeuchten
- kleine Mengen kühles Wasser anbieten, wenn das Tier wach ist und selbst trinken mag; niemals Wasser in das Maul eines schläfrigen oder zusammengebrochenen Tieres gießen
Besonders schnell in Schwierigkeiten geraten kurznasige Rassen, denen die Atemwege das Kühlen über das Hecheln erschweren, außerdem sehr junge, alte und übergewichtige Tiere, Tiere mit dichtem oder dunklem Fell und solche mit bekannten Herz- oder Atemwegsproblemen. Die ersten warmen Tage des Jahres sind oft die heikelsten, weil noch niemand an die Wärme gewöhnt ist.
Bevor der Sommer richtig anfängt
Stellen Sie Wasser an mehreren Stellen bereit und sorgen Sie drinnen wie draußen für einen schattigen Rückzugsort. Katzen mit Freigang sollten jederzeit an einen kühlen Platz zurückkönnen.
Speichern Sie die Notdienstinformation, bevor Sie sie brauchen: Der Bereitschaftsdienst für Kleintiere läuft von 08:00 bis 08:00 Uhr am Folgetag, die Listen veröffentlichen das Collège Vétérinaire und die Berufsverbände.
Häufige Fragen
Reicht es, das Auto in den Schatten zu stellen und das Fenster einen Spalt offen zu lassen?
Nein. Der Schatten wandert im Lauf des Tages, ein Fensterspalt bringt kaum Luftaustausch, und der Innenraum heizt sich weiter auf. Planen Sie die Fahrt so, dass das Tier nicht im Auto warten muss.
Wie prüfe ich, ob der Boden für Pfoten zu heiß ist?
Legen Sie den Handrücken etwa sieben Sekunden flach auf den Asphalt. Können Sie ihn nicht bequem dort halten, ist es für Pfoten zu heiß. Weichen Sie auf Wiese, Waldweg oder auf die frühen und späten Stunden aus.
Was tue ich bei Verdacht auf Hitzschlag?
Sofort eine Praxis oder den Bereitschaftsdienst kontaktieren und ankündigen, dass Sie kommen. Unterwegs aus der Sonne, Luft in Bewegung, Fell mit kühlem, nicht eiskaltem Wasser befeuchten. Der Bereitschaftsdienst für Kleintiere läuft von 08:00 bis 08:00 Uhr am Folgetag; die allgemeine Notrufnummer 112 ist der Weg, wenn zugleich Menschen in Gefahr sind.
Bekommen Katzen auch Hitzeprobleme?
Ja, sie zeigen es nur deutlich weniger. Eine Katze, die mit offenem Maul atmet, ist ein Grund, sich sofort bei einer Praxis oder beim Bereitschaftsdienst zu melden.
Wen erreiche ich nachts oder am Wochenende?
Die diensthabenden Praxen leisten einen 24-Stunden-Dienst, der um 08:00 Uhr beginnt und um 08:00 Uhr am nächsten Morgen endet. Um den diensthabenden Tierarzt zu erreichen, können Sie die 112 anrufen oder Post Infotel unter 26 77 12 34; die Bereitschaftsliste veröffentlichen das Collège Vétérinaire und amvl.lu unter GARDES. Unsere eigene Notfallseite listet die diensthabenden Praxen mit ihren Rufnummern. Rufen Sie an, bevor Sie losfahren: der diensthabende Tierarzt ist womöglich nicht in der Praxis und muss selbst erst hinfahren.
