In Luxemburg ist eine Grenze schnell überquert: samstags zum Markt nach Arlon, sonntags zur Familie nach Thionville. Der Hund kommt meistens mit. Genau deshalb ist der EU-Heimtierausweis hier ein Alltagsdokument und keine Urlaubsformalität.
Ausgestellt wird der Ausweis von Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt. Er hält die Chipnummer Ihres Tieres und die Tollwutimpfung fest, und weil darin alles am Chip hängt, muss der Chip auslesbar bleiben. Wurde Ihr Tier länger nicht gescannt, fragen Sie beim nächsten Termin danach; das dauert Sekunden. Wie der Ausweis danach weitergeführt wird, erklärt Ihnen die Praxis gleich mit.
Was in Luxemburg vor dem Ausweis kommt
Für Hunde ist die Reihenfolge festgelegt:
- Mikrochip innerhalb von vier Monaten nach der Geburt
- Anmeldung bei Ihrer Gemeinde, ebenfalls innerhalb von vier Monaten
- Tollwutimpfung, in Luxemburg ab zwölf Wochen vorgeschrieben
- Haftpflichtversicherung bei einem in Luxemburg zugelassenen Versicherer; der Nachweis wird bei der Anmeldung verlangt
Sind Chip und Tollwutimpfung eingetragen, kann Ihre Praxis den Ausweis ausstellen.
Fällt Ihr Hund unter das Gesetz vom 9. Mai 2008, also Staffordshire Bull Terrier, Mastiff, American Staffordshire Terrier, Tosa oder ein Hund, der solchen Rassen morphologisch vergleichbar ist und keine anerkannte Abstammung hat, kommt der „Hondsführerschäin“ hinzu. Wie Ihr Reiseziel mit solchen Hunden umgeht, klären Sie lange vor der Abfahrt; für die luxemburgische Seite hilft Ihre Gemeinde weiter.
Katzen müssen nach dem Gesetz vom 27. Juni 2018 gekennzeichnet und registriert sein; Katzen mit Freigang müssen außerdem kastriert oder sterilisiert sein, Bauernhofkatzen ausgenommen. Welche Papiere Ihre Katze für eine Reise braucht, klären Sie in Ihrer Praxis.
Von der Samstagsrunde bis zur längeren Reise
Für die kurze Fahrt nach Trier oder Arlon hat sich eine kleine Routine bewährt:
- Der Ausweis reist mit, nicht im Handschuhfach und nicht in der Schublade zu Hause.
- Die Angaben an der Marke sind aktuell, mit einer Handynummer, die im Ausland erreichbar ist.
- Die Ausweisseiten sind abfotografiert, ein aktuelles Foto des Tieres ist auf dem Handy. Eine Kopie ersetzt das Original nicht, hilft aber, wenn etwas abhandenkommt.
- Name und Nummer einer Praxis in der Nähe des Ziels sind notiert.
Die Anforderungen unterscheiden sich von Land zu Land und können sich ändern. Verlassen Sie sich also nicht auf das, was letzten Sommer galt, sondern fragen Sie einige Wochen vor der Abfahrt in Ihrer Praxis nach; gerade bei Impfeinträgen lohnt der Vorlauf.
Für alles, was über einen Tagesausflug hinausgeht, bringen Sie Reisedaten und Ziel zum Termin mit. Dort lässt sich besprechen, wann welche Einträge fällig sind, ob ein Schutz gegen Parasiten oder gegen am Zielort verbreitete Krankheiten ein Thema ist und ob ein älteres oder chronisch krankes Tier die Reise überhaupt verkraftet. Wird Ihr Tier regelmäßig behandelt, will auch das für die Reisezeit geplant sein. Fluggesellschaften, Fähren und manche Bahnunternehmen haben eigene Bedingungen für Tiere; klären Sie das am besten gleich mit.
Ruhig im Auto
Viele Tiere kennen das Auto nur als Weg zur Praxis. Kurze Übungsfahrten, die an einem schönen Ort enden, ändern das. Gesichert wird das Tier in einer fest verzurrten Transportbox oder mit einem Geschirr am Gurt; ein frei bewegliches Tier ist eine Gefahr für sich und für alle im Fahrzeug. Ins Gepäck gehören Wasser und Napf, Leine, Kotbeutel, ein Handtuch, der Ausweis und die Decke, die schon nach Zuhause riecht.
Unterwegs braucht ein Hund etwa alle zwei Stunden eine Pause; Katzen bleiben in der Box und bekommen dort Wasser angeboten. Legen Sie die Leine an, bevor die Tür aufgeht, denn auf Rastplätzen büxen Tiere am häufigsten aus. Und sorgen Sie für Frischluft, ohne das Tier in die pralle Sonne zu setzen.
Bei warmem Wetter bleibt ein Tier nie allein im geparkten Auto, auch nicht kurz. Ein Fahrzeug heizt sich schnell auf, selbst im Schatten und mit Fensterspalt. Starkes Hecheln, Unruhe, ein unsicherer Gang oder ein Zusammenbruch können auf einen Hitzschlag hindeuten, und das ist ein Notfall: sofort zur nächsten Praxis fahren und währenddessen dort anrufen lassen. Dasselbe gilt unterwegs für Atemnot, eine mögliche Vergiftung, einen prallen, gespannten Bauch oder eine Augenverletzung: nicht abwarten, sondern direkt eine Praxis oder den Bereitschaftsdienst kontaktieren.
Kommt Ihr Tier im Auto dagegen einfach nicht zur Ruhe, obwohl Sie geübt haben, ist das kein Notfall, aber ein gutes Thema für den nächsten Termin.
Hilfe außerhalb der Sprechzeiten
In Luxemburg läuft der Bereitschaftsdienst für Kleintiere von 08:00 Uhr bis 08:00 Uhr am nächsten Morgen. Die Notdienstlisten veröffentlichen das Collège Vétérinaire, die LAK unter „GARDE“ und die AMVL; die allgemeine Notrufnummer ist 112. Notieren Sie sich vor einer Reise ins Ausland eine Praxis in der Nähe Ihres Aufenthaltsorts und wie der Notdienst dort organisiert ist. Am Küchentisch geht das leichter als am Straßenrand.
Häufige Fragen
Wer stellt den EU-Heimtierausweis aus?
Ihre Tierärztin oder Ihr Tierarzt, sobald das Tier gechipt ist und die Tollwutimpfung eingetragen wurde. Wie der Ausweis danach weitergeführt wird, erklärt Ihnen die Praxis.
Brauche ich den Ausweis auch für eine kurze Fahrt nach Trier oder Arlon?
Nehmen Sie ihn mit. Er verbindet Ihr Tier mit Chipnummer und Impfeintrag, und aus einem kurzen Ausflug kann ein ungeplanter Praxisbesuch im Ausland werden. Was für Ihre Strecke gilt, klären Sie am besten vorab in Ihrer Praxis.
Mein Hund ist im Auto sehr unruhig. Was hilft?
Kurze Übungsfahrten mit schönem Ziel, eine gesicherte Box oder ein Geschirr, Frischluft, keine pralle Sonne und regelmäßige Pausen helfen vielen Hunden. Kommt Ihr Hund trotzdem nicht zur Ruhe, sprechen Sie das bei einem Termin an. Zeigt ein Tier unterwegs dagegen akute Anzeichen, etwa starkes Hecheln bei Hitze, kontaktieren Sie sofort eine Praxis oder den Bereitschaftsdienst.
Wen erreiche ich nachts oder am Wochenende?
Die diensthabenden Praxen leisten einen 24-Stunden-Dienst, der um 08:00 Uhr beginnt und um 08:00 Uhr am nächsten Morgen endet. Um den diensthabenden Tierarzt zu erreichen, können Sie die 112 anrufen oder Post Infotel unter 26 77 12 34; die Bereitschaftsliste veröffentlichen das Collège Vétérinaire und amvl.lu unter GARDES. Unsere eigene Notfallseite listet die diensthabenden Praxen mit ihren Rufnummern. Rufen Sie an, bevor Sie losfahren: der diensthabende Tierarzt ist womöglich nicht in der Praxis und muss selbst erst hinfahren.
