Cette page existe aussi en Français.

Afficher en Français

This page is also available in English.

Show in English

Diese Seite gibt es auch auf Lëtzebuergesch.

Auf Lëtzebuergesch anzeigen

Esta página também está disponível em Português.

Mostrar em Português
Ratgeber

Ältere Hunde und Katzen: worauf Sie im Alltag achten

4 Min. Lesezeit

Einen festen Stichtag gibt es nicht. Katzen gelten meist ab zehn bis zwölf Jahren als Senioren, bei Hunden hängt es von der Größe ab: Viele große Rassen zeigen erste Veränderungen mit sechs oder sieben Jahren, kleine Hunde oft erst mit neun oder zehn. Altern ist keine Krankheit. Es macht aber manche Erkrankungen wahrscheinlicher und zugleich leichter zu übersehen, weil sie langsam kommen und schlicht nach Alter aussehen.

Was sich verändert, ähnelt sich bei den meisten Tieren. Gelenke verlieren an Polsterung, Muskulatur geht schneller verloren, als sie aufgebaut wird. Hören und Sehen lassen allmählich nach; das Tier gleicht das lange aus, bevor es Ihnen auffällt. Zähne und Zahnfleisch tragen viele Jahre Gebrauch, Nieren, Herz, Leber und Schilddrüse arbeiten mit weniger Reserve. Der Schlaf wird leichter, und das Gewicht verschiebt sich in die eine oder andere Richtung.

Anzeichen, die nicht warten dürfen

Das meiste, was Ihnen an einem älteren Tier auffällt, kann bis zum nächsten Termin warten. Einiges nicht.

Wenden Sie sich sofort an eine Praxis oder an den Notdienst bei:

  • angestrengter, geräuschvoller Atmung in Ruhe, bei Katzen auch Hecheln mit offenem Maul
  • einem Kater, der immer wieder zur Katzentoilette geht und wenig oder keinen Urin absetzt
  • einem Hund mit prall aufgetriebenem Bauch, Unruhe und Würgen ohne Ergebnis
  • Zusammenbruch, Krampfanfall oder plötzlicher Unfähigkeit aufzustehen
  • Verdacht auf Vergiftung, auch durch Haushaltsmittel oder Präparate für Menschen
  • Verdacht auf Überhitzung, also starkem Hecheln nach Wärme oder Anstrengung, auch wenn das Tier schon im Schatten liegt
  • einem schmerzhaften, zugekniffenen, roten oder trüben Auge und jeder Augenverletzung
  • starker Blutung, Sturz oder Unfall, auch wenn das Tier unauffällig wirkt

Der Notdienst für Kleintiere läuft in Luxemburg von 08:00 Uhr bis 08:00 Uhr am Folgetag. Die Bereitschaftsliste veröffentlichen das Collège Vétérinaire und die tierärztlichen Berufsvertretungen unter „GARDE“. Die allgemeine Notrufnummer bleibt die 112.

Alltagszeichen, die in die Praxis gehören

Anderes ist kein Notfall, aber genau das, was Ihre Tierärztin oder Ihr Tierarzt hören möchte:

  • deutlich mehr Trinken und häufigeres Urinieren
  • Gewicht, das sinkt oder steigt, ohne dass sich an der Fütterung etwas geändert hat
  • Maulgeruch, Futter, das aus dem Maul fällt, oder Kauen nur auf einer Seite
  • Steifheit nach dem Liegen, Zögern an der Treppe, eine Katze, die nicht mehr auf ihren Platz springt
  • ein neuer Knoten unter der Haut oder ein alter, der sich verändert
  • Husten oder Ermüden auf der gewohnten Runde
  • Pressen beim Urinieren, Unsauberkeit in der Wohnung, Blut in Urin oder Kot
  • deutlich weniger Fellpflege oder beharrliches Lecken an derselben Stelle
  • nächtliches Rufen und Desorientierung
  • Erbrechen oder weicher Kot über mehrere Tage

Notieren Sie solche Beobachtungen mit Datum, und filmen Sie, was sich schwer beschreiben lässt: ein Humpeln etwa, oder einen Atemrhythmus, der anders ist als sonst. Dreißig Sekunden Video sagen oft mehr als ein ganzer Absatz.

Solche Notizen erklären auch, warum viele Praxen ältere Patienten auf zwei Termine pro Jahr umstellen: Ein Jahr ist im späten Leben eine lange Strecke. Zum Besuch gehören in der Regel dieselbe Waage wie beim letzten Mal, eine vollständige Untersuchung und oft Blut- und Urinproben; Werte vom gesunden Tier helfen, eine spätere Veränderung einzuordnen. Alles, was Ihr Tier bereits bekommt, wird regelmäßig überprüft statt einfach fortgeführt.

Kleine Anpassungen zu Hause

Vieles davon kostet fast nichts. Läufer oder Teppiche auf glatten Böden helfen oft am meisten, denn Rutschen kann dazu beitragen, dass ältere Tiere sich weniger bewegen. Eine Stufe oder Rampe zu Sofa oder Kofferraum erspart das Herunterspringen. Für Katzen: eine Toilette mit niedrigem Rand, möglichst eine pro Etage, mehrere Wasserstellen, und Futter und Wasser dort, wo keine Treppe dazwischenliegt.

Beim Hund sind mehrere kurze Runden mit Zeit zum Schnüffeln besser als eine lange. Lassen Sie die Möbel stehen, wenn die Augen nachlassen; lässt das Gehör nach, nähern Sie sich von vorn und mit der Stimme zuerst. Dazu kommen ein warmer, zugfreier Schlafplatz und ein regelmäßiger Blick auf die Krallen, denn wer weniger läuft, nutzt sie weniger ab. Wenn Sie eine Waage haben, wiegen Sie monatlich und notieren Sie den Wert.

Papiere und das Gespräch über Lebensqualität

Bleibt die Frage, die niemand gern stellt. Gutes Altern besteht meist aus vielen kleinen, früh gemachten Korrekturen. Führen Sie eine grobe Strichliste über gute und schlechte Tage und bringen Sie sie mit in die Praxis. Appetit, Beweglichkeit, Sauberkeit, Schlaf und Interesse an Gesellschaft lassen sich über die Zeit gemeinsam einschätzen, und keine der schwierigeren Entscheidungen muss allein oder in einem einzigen Termin fallen.

Häufige Fragen

Ab wann gilt mein Hund oder meine Katze als Senior?

Ein festes Datum gibt es nicht. Katzen gelten meist ab etwa zehn bis zwölf Jahren als Senioren; bei Hunden hängt es von der Größe ab, große Rassen oft ab sechs oder sieben Jahren, kleine deutlich später. Ihre Praxis kann einschätzen, wo Ihr Tier steht.

Wie oft sollte ein älteres Tier untersucht werden?

Viele Praxen stellen ältere Patienten auf zwei Termine pro Jahr um, weil zwölf Monate im späten Leben eine lange Strecke sind. Blut- und Urinwerte beim gesunden Tier dienen später als Vergleichsbasis.

Meine alte Katze trinkt viel mehr als früher. Ist das einfach das Alter?

Vermehrtes Trinken und häufigeres Urinieren gehört zu den am häufigsten bemerkten Veränderungen und ist ein guter Grund für einen Termin statt für ein Achselzucken. Verschiedene Erkrankungen älterer Katzen können dahinterstehen; Ihre Tierärztin oder Ihr Tierarzt kann das mit einfachen Untersuchungen einordnen.

Wen erreiche ich nachts oder am Wochenende?

Die diensthabenden Praxen leisten einen 24-Stunden-Dienst, der um 08:00 Uhr beginnt und um 08:00 Uhr am nächsten Morgen endet. Um den diensthabenden Tierarzt zu erreichen, können Sie die 112 anrufen oder Post Infotel unter 26 77 12 34; die Bereitschaftsliste veröffentlichen das Collège Vétérinaire und amvl.lu unter GARDES. Unsere eigene Notfallseite listet die diensthabenden Praxen mit ihren Rufnummern. Rufen Sie an, bevor Sie losfahren: der diensthabende Tierarzt ist womöglich nicht in der Praxis und muss selbst erst hinfahren.