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Ratgeber

Zecken, Flöhe und Würmer: Praxisleitfaden für Luxemburg

4 Min. Lesezeit

Wer in Luxemburg mit dem Hund unterwegs ist oder eine Freigängerkatze hat, kennt die Szene: Nach der Runde am Waldrand sitzt wieder eine Zecke im Fell. Zecken sind längst kein reines Sommerthema mehr. Sie werden aktiv, sobald es ein paar Tage hintereinander mild bleibt, und verschwinden erst bei anhaltendem Frost; in einem milden Winter kann sich also auch im Januar eine festsetzen. Flöhe machen ohnehin keine Pause, in beheizten Wohnungen fühlen sie sich das ganze Jahr wohl, mit spürbarem Anstieg im Spätsommer und Herbst. Würmer wiederum richten sich nicht nach dem Kalender, sondern nach dem Alltag: Jagt Ihr Tier, wühlt es in Erde, hat es viel Kontakt zu Artgenossen oder ist es noch jung, steigt das Risiko.

Was nicht warten kann

Bevor es um Zecken geht, das Wichtigste vorweg. Bei Verdacht auf Vergiftung, bei Atemnot, bei einem aufgeblähten harten Bauch mit erfolglosem Würgen, bei Hitzschlag, bei einer Geburt, die nicht vorangeht, bei einer Augenverletzung oder wenn ein Kater immer wieder presst, ohne Urin abzusetzen: Rufen Sie sofort eine Praxis oder den Notdienst an und warten Sie nicht auf den nächsten freien Termin. Der Notdienst für Kleintiere läuft von 08:00 bis 08:00 Uhr am Folgetag; wer gerade Bereitschaft hat, steht auf den Listen des Collège Vétérinaire, der LAK unter „GARDE“ und der AMVL. Die allgemeine Notrufnummer in Luxemburg ist die 112.

Die Kontrolle nach dem Spaziergang

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Ohren und KopfAchselnZwischen den Zehen
Wo Zecken am häufigsten sitzen: an Ohren und Kopf, in den Achseln und zwischen den Zehen. Dünne, warme Haut mit wenig Fell, also genau die Stellen, die beim schnellen Drüberstreichen ausgelassen werden.

Zurück zum Alltag. Ein gründlicher Check dauert zwei bis drei Minuten und gelingt am besten direkt nach dem Heimkommen, solange eine Zecke oft noch wandert und sich nicht festgebissen hat. Fahren Sie mit den Fingerkuppen gegen den Strich durchs Fell und tasten Sie nach kleinen Erhebungen; bei dunklem oder dichtem Fell hilft eine Lampe. Zecken suchen dünne, warme Haut, sehen Sie deshalb besonders hier nach:

  • Kopf, Lefzen, Ohrmuscheln und der Bereich hinter den Ohren
  • Hals und die Stelle unter dem Halsband
  • Achseln, Brust, Bauch und Leistengegend
  • Zwischenzehenräume und Ballen
  • Rutenansatz und die Region darunter

Flöhe selbst bekommt man selten zu Gesicht. Verräterisch sind dunkle Krümel im Fell: Kämmen Sie mit einem feinen Flohkamm über feuchtes weißes Papier. Färben sich die Krümel rötlich-braun, spricht das für Flohkot. Häufiges Kratzen oder Knabbern an der Rutenwurzel passt ins gleiche Bild.

Zecke gefunden? So kommt sie ab

Je früher eine Zecke entfernt wird, desto besser.

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  1. Feine Zeckenzange, Haken oder Zeckenkarte griffbereit legen. Eine gewöhnliche Kosmetikpinzette quetscht den Körper zu leicht.
  2. Das Werkzeug so nah wie möglich an der Haut ansetzen, an den Mundwerkzeugen, nicht am vollgesogenen Körper.
  3. Ruhig und gleichmäßig ziehen. Mit dem Haken in der Drehrichtung, die die Anleitung vorgibt.
  4. Die Stelle ansehen.
  5. Datum und Körperstelle notieren. Die kleine Notiz wirkt übertrieben, im Termin ist sie viel wert.
  6. Die Zecke in Klebeband oder einem geschlossenen Behälter entsorgen.
  7. Die Hände waschen.

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Nichts davon gehört auf die Haut

Öl, Klebstoff, Alkohol, Nagellack oder Hitze haben auf der Haut nichts verloren. Solche Hausmittel reizen die Zecke nur.

Bleibt ein dunkler Rest in der Haut, bohren Sie nicht nach; häufig stößt die Haut ihn von selbst ab. Entzündet sich die Stelle, gehört sie angeschaut. Sitzt die Zecke am Augenlid oder in der Ohrmuschel, oder wehrt sich Ihr Tier heftig, überlassen Sie das Entfernen der Praxis.

Wann die Praxis dran ist

Die meisten Zeckenstiche bleiben folgenlos. Beobachten Sie Ihr Tier trotzdem einige Wochen und melden Sie sich, wenn etwas nicht stimmt:

  • Fieber, Mattigkeit, deutlich weniger Appetit
  • Lahmheit, die neu auftritt oder das Bein wechselt, geschwollene Gelenke
  • eine Stichstelle, die größer, warm oder nässend wird
  • blasse Schleimhäute, dunkler Urin, ungewöhnlich schnelle Erschöpfung
  • starker Juckreiz, kahle Stellen, Krusten, vor allem vor der Rute
  • Gewichtsverlust trotz Appetit, stumpfes Fell, Durchfall, Erbrechen, ein aufgeblähter Bauch bei Welpen und Kitten

Nennen Sie am Telefon Alter und Gewicht, seit wann etwas auffällt und ob Ihr Tier im Ausland war. Gerade hier, wo der Sprung nach Belgien, Deutschland oder Frankreich kaum als Reise zählt, gehört das dazu. Behandeln Sie nicht auf eigene Faust, ein Mittel für eine andere Tierart oder für Menschen kann gefährlich sein.

Ausweis und Parasitenschutz im selben Termin

Nehmen Sie den Ausweis mit, wenn es über die Grenze geht, und besprechen Sie im selben Termin, welcher Parasitenschutz zu Art, Alter, Gewicht und Alltag Ihres Tieres passt.

Häufige Fragen

Wann ist die Zeckensaison in Luxemburg am stärksten?

Meist gibt es zwei Wellen: eine im Frühjahr und eine vom Spätsommer bis in den Herbst. In milden Wintern bleiben Zecken auch dazwischen aktiv, deshalb lohnt sich die Kontrolle das ganze Jahr über.

Was tun, wenn beim Entfernen ein Rest in der Haut bleibt?

Nicht nachbohren. Häufig stößt die Haut den Rest selbst ab. Wird die Stelle rot, dick oder schmerzhaft, lassen Sie sie in einer Praxis ansehen.

Muss ich nach jedem Zeckenstich einen Termin machen?

In der Regel nicht. Notieren Sie Datum und Stelle und beobachten Sie einige Wochen. Bei Fieber, Mattigkeit, Lahmheit oder Appetitverlust rufen Sie an.

Wen erreiche ich nachts oder am Wochenende?

Die diensthabenden Praxen leisten einen 24-Stunden-Dienst, der um 08:00 Uhr beginnt und um 08:00 Uhr am nächsten Morgen endet. Um den diensthabenden Tierarzt zu erreichen, können Sie die 112 anrufen oder Post Infotel unter 26 77 12 34; die Bereitschaftsliste veröffentlichen das Collège Vétérinaire und amvl.lu unter GARDES. Unsere eigene Notfallseite listet die diensthabenden Praxen mit ihren Rufnummern. Rufen Sie an, bevor Sie losfahren: der diensthabende Tierarzt ist womöglich nicht in der Praxis und muss selbst erst hinfahren.